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Ökologisches Tauchen

Ökologisches Tauchen

Was ist ökologisches Tauchen und wie können wir es umsetzen?

Als erstes schauen wir uns an, was man unter Ökologie versteht: Es beschreibt die Beziehung von Lebewesen, Pflanzen und Umwelt untereinander. Dazu gehört auch der Umweltschutz.
Wir als Taucher haben auf dieses ganze Zusammenspiel einen großen Einfluss.
Ökologisches Tauchen beginnt im Kopf. Voraussetzung dafür ist, dass ich als Taucher gewillt bin, die Umwelt zu schützen und sie liebe. Daraus resultiert dann die Art und Weise, wie ich den Tauchsport betreibe.

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Wimpertierchenkolonien

Als erstes brauche ich eine Ausrüstung, die mir passt, die ordentlich gewartet ist und den Umgebungsbedingungen Rechnung trägt. Das Equipment hat einen erheblichen Einfluss darauf, dass ich umweltschonend tauchen kann, denn Probleme mit der Ausrüstung lenken mich vom eigentlichen Tauchen ab und sind oft Auslöser für Grundberührungen und schlimmere Schädigungen der Unterwasserwelt.

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Süßwasserschwamm im Winter mit
Sporen im Ilsesee

Ein weiterer Punkt ist eine gute Ausbildung. Dabei lernen wir den wichtigsten Teil des Tauchens – die Tarierung. Aus dieser Fertigkeit heraus kommt alles Weitere, denn alles was wir unter Wasser tun geschieht aus dem Schwebezustand heraus. Ein Hinknien oder Hinlegen, wie es oft in Tauchausbildungen gelehrt wird, ist aus Gründen des Umweltschutzes tabu. Es kann am Anfang noch im Schwimmbad praktiziert werden, aber alle Übungen und Fertigkeiten müssen vor dem ersten Tauchgang im Freiwasser aus der Tarierung heraus beherrscht werden.

In der Theorie lernen wir, wie wir unseren Tauchplatz auch anhand unserer Kenntnisse auswähle, dass wir eine Einstiegsmöglichkeit suchen, bei der wir keinen Schaden im Ufer- und Flachwasserbereich anrichten und dass wir uns unter Umständen einen ortskundigen, gut ausgebildeten Taucher oder Guide anschließen. Weiterhin lernen wir, dass wir, wenn möglich, nichts berühren oder gar abreißen und auch nichts ohne entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfung in ein Gewässer einbringen. Genauso ist es der Gewässerökologie nicht unbedingt zuträglich, wenn Gegenstände die irgendwann ins Wasser geworfen wurden, und bereits in das Ökosystem integriert sind, plötzlich aus falsch verstandenem Umweltschutz wieder entnommen werden.

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Süßwasserschwamm im Sommer im Ilsesee

Ein weiterer Teil des ökologischen Tauchens ist die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Bioökologie durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. zeitliche Begrenzung des Tauchbetriebes. Weitere Einflüsse des Tauchens beschreibt uns der Ökologe Jürgen Scharm im Folgenden. Er hat bewiesen, dass eine sinnvolle Tauchregelung einen See, wie den Ilsesee, wieder ins ökologische Gleichgewicht bringt:

…Tauchen. Ein Sport, der sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der schönsten Freizeitbeschäftigungen weltweit entwickelt hat. Wir Menschen wollen unsere Freizeit am liebsten in der freien Natur verbringen. Egal ob an Land, in der Luft oder eben auf oder unter Wasser. Selten machen wir uns Gedanken, inwieweit die Natur negativ verändert wurde oder durch unsere pure Anwesenheit ständig verändert wird.
Es entstehen gewaltige Ski-Arenen, ganze Berglandschaften werden umgepflügt und betoniert. Rifflandschaften im Roten Meer werden durch wildes Ankern oder durch auf den Riffdächern umher trampelnde Touristen zerstört. Im Sommer entwickeln sich Seen zu Freizeitbädern mit Urin, Sonnenschutzmitteln und tausenden von Badenden, die die Uferbereiche niedertrampeln. Tiere die diese Lebensräume bevölkern, werden verdrängt und ziehen sich zurück. Im schlimmsten Fall sterben ganze Arten aus. In verschiedenen Ländern wird mehr Energie und Wasser für die Bereitstellung gewaltiger Freizeiteinrichtungen verbraucht, wie eine deutsche Großstadt benötigt.
… Tauchen ist unser Sport, ein harmloser Sport, oder? Was kann schon beim Tauchen schlimmes passieren? Ich hinterlasse doch nur Luft? Fragen oder Argumente wie diese tauchen (im wahrsten Sinne des Wortes) immer wieder auf. Betrachten wir daher unseren Sport und dessen Auswirkungen auf die Unterwasserwelt etwas genauer.
In vielen Jahren haben sich die verschiedenen Lebensformen eines Gewässers in einem ökologisch ausgeglichenen Verhältnis zusammen gefunden. Kernpunkt dieser Beziehung sind viele, wechselseitige Beziehungen. Ein ständiges Fressen und Gefressen werden. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Produzenten und Konsumenten organischer Materie. Einer hat jedoch in dieser Gleichung nie eine Rolle gespielt, der Taucher. Er ist fremd in dieser Welt. Wir Taucher hinterlassen eben nicht nur Luft. Bereits unsere Anwesenheit führt zu Veränderungen in diesem empfindlichen Gleichgewicht. Ja selbst die ausgeatmete, nach oben drängende Luft verschiebt bestimmte Gewässerschichten, in welchen spezielle Kleinstlebewesen leben, die ganz bestimmte Aufgaben wahrnehmen.
Wir berühren nur mal kurz den Boden, wird schon nicht so schlimm sein? Dass wir mit unserer unachtsamen Berührung ein empfindliches Kartenhaus, in welchem wichtige Bakterien leben, zum Einsturz gebracht haben, ist uns nicht bewusst. Dass es Monate dauern wird, bis sich dies wieder repariert, ahnen wir nicht. Die Rolle dieser Bakterien im Kreislauf des Lebensraumes unter Wasser ist uns unbekannt. Dass diese Bakterien die Grundlage für jedes Leben im See schaffen, wissen wir nicht. Dass der Stoffwechsel vieler Lebewesen von bestimmten Wassertemperaturen abhängig ist und daher die Winterruhe in Schutzzonen, z.B. Bereich C im Ilsesee, so wichtig ist, ist den meisten Tauchern fremd. Welche Dinge in unseren Seen passieren, erfährst du zum Beispiel im Einweisungsseminar „C“ der Tauchbasis Ilsesee.
Wir sollten uns im Klaren sein, dass wir nur Gast in einem empfindlichen System sind. Dass jede unserer Aktionen, vor allem unbedachte, bestimmte Reaktionen auslösen, die eine negative Veränderung, meist erst für uns nicht sichtbar, nach sich ziehen.
Man kann diesem fantastischen Hobby nachgehen, wenn man sich an einige wichtige Regeln hält. Nur so werden wir auch in Zukunft diese schöne Freizeitbeschäftigung genießen können…

J. Scharm, TBI

Mi. - Fr.: 18:00 bis 20:00 Uhr
Sa.: 10:00 bis 16:00 Uhr
Wegen Ausbildung kann die Tauchschule vorübergehend nicht besetzt sein. Rufe deshalb vorher immer kurz an!

Kontaktinformationen:
Telefon: +49 8233 779 88 64
Mobil: +49 1525 361 43 18

Vom 16.09. - 07.10. ist die Tauchschule geschlossen!

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Für alle Pool-Termine ist auch bei Benutzung der eigenen Ausrüstung eine Voranmeldung nötig!!
Pro Termin wird pro Taucher ein Unkostenbeitrag von 20 € berechnet.

Jeder teilnehmende Taucher muss im Besitz einer Tauchtauglichkeitsbescheinigung und einer Taucherversicherung sein, ausgenommen OWD-Schüler und Schnuppertaucher!

So. 9:30 - 12:30 Uhr
Titaniatherme Neusäß


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